Doch, Malen ist was Wunderbares!

Die Leinwand und ich, da können wir etwas austanzen, da kann ich mich abarbeiten, reiben, kratzen, schaben, schlagen und streicheln, im Farbfieber sein und mich am Wachsen des aus der Farbe gebauten Bildes freuen.
Und mich immer wieder auch selbst überraschen. Es gibt nämlich kein Rezept! Das Absichtsvolle und Gewollte verstimmt und verdrießt nur. Im besten Fall ist Malen Zaubern und der Maler ist das Werkzeug dieses Zaubers.
Dann entsteht ein Gegenstand, der Fenster in eine andere Welt ist. Solche Bilder will ich malen! Traumräume. Möglichst einfache, stille und leere Kulissen von der Bühne des Alltäglichen und Belanglosen. Eher kindlich, einfältig, primitiv und plump.
Aber so ein Bild muss klingen, ich möchte eine Schwebe. Die Schwebe der Farben und der Bildgegenstände und ihrer Gewichte. Bildgegenstände, die zu leuchtenden Wesen wachsen, deren Eigenleben aus Verzerrung und Makel entsteht.
Bilder sollen leer sein, auch, damit Leerstellen für den Blick des Betrachters bereitstehen, dass er diese Stellen selbst mit Geheimnis und Rätsel besetze.

Jörg Brodde